Steuertipps 2017 für Unternehmen

Wie jedes Jahr müssen Sie auch 2017 zahlreiche rechtliche Neuerungen bei Steuern und Abgaben beachten. Erfahren Sie von unserem Finanz-Experten, wie die aktuellen Änderungen Ihr Unternehmen betreffen und worauf Sie als Geschäftsführer, Steuerberater oder Buchhalter im neuen Jahr besonders achten müssen!

1. Bewerten Sie Ihr Interesse an Wohnbauanleihen neu  (Änderung beim Gewinnfreibetrag – GFB)

Die 2014 eingeführte Beschränkung des investitionsbedingten GFB auf Wohnbauanleihen entfällt bei Wirtschaftsjahren, die nach dem 31.12.2016 enden. Für die Ausnützung des GFB kommen wieder Anleihen von Staaten, Banken und Unternehmen sowie bestimmte Investmentfonds in Betracht.

2. Lassen Sie Ihre Investitionen fördern (Investitionszuwachsprämie 2017/2018)

Investitionszuwachs = Geplante Investition minus Durchschnitt der Investitionen der letzten drei Jahre. Übersteigen die Investitionen 2017 diesen durchschnittlichen Investitionsbetrag, erhält das Unternehmen vom übersteigenden Betrag die Prämie.
Die Förderung gilt für Investitionen in neu angeschaffte, aktivierungspflichtige Güter des abnutzbaren Anlagevermögens. Pkw und Grundstücke sind nicht förderungsbegünstigt.
Je nach Unternehmensgröße beträgt die Förderung:

  • Bis 49 Mitarbeiter: 15 % Prämie auf einen Investitionszuwachs von € 50.000 bis € 450.000
  • 50 bis 250 Mitarbeiter: 10 % Prämie auf einen Investitionszuwachs von € 100.000 bis € 750.000


3. Bringen Sie Ihre Registrierkasse auf den neuesten Stand (noch zweieinhalb  Monate bis zum verpflichtenden Manipulationsschutz)

Mit 1.4.2017 müssen alle im Betrieb eingesetzten Kassensysteme durch Verwendung einer „technischen Sicherheitseinrichtung“ gegen Manipulation geschützt sein. Jeder Beleg an Kunden enthält dann einen maschinenlesbaren Code (z.B. QR-Code), der die Manipulationssicherheit Ihrer Registrierkasse bestätigt.
Sowohl die Signaturerstellungseinheit als auch die Registrierkasse sind bis 31.3.2017 beim Finanzamt zu registrieren.
Die Sicherheitseinrichtung dient zum Schutz der in der Registrierkasse gespeicherten Daten. Der Manipulationsschutz wird am Beleg als computerlesbarer QR-Code sichtbar; hinter dem QR-Code verbirgt sich eine individuelle Signatur des Unternehmens. Mit dieser Signatur werden die Barumsätze der Registrierkasse in chronologischer Reihenfolge miteinander verkettet. Eine mögliche Datenmanipulation würde diese Kette unterbrechen und wäre nachweisbar.
Sie können für die kostenpflichtige Umrüstung eine Prämie bis zu € 200 pro Kassensystem geltend machen. Bei mehreren Eingabestationen beträgt die Prämie € 30 pro Eingabestation (mindestens € 200).

4. Prüfen sie als Kleinunternehmer Ihre Umsatzgrenze (Änderungen der    Kleinunternehmerregelung)

Bisher war der Wohnsitz des Unternehmers im Inland für die Inanspruchnahme der Befreiung ausreichend. Künftig sollen nur Unternehmer, die ihr Unternehmen im Inland betreiben, von dieser Regelung profitieren. Damit gilt die Kleinunternehmerregelung für ausländische Unternehmen nicht.
Bestimmte steuerfreie Umsätze werden nicht mehr in die Umsatzgrenze von € 30.000 einbezogen. Dies ist eine Vereinfachung für Unternehmer, die neben ihrer grundsätzlich umsatzsteuerfreien Tätigkeit auch geringe steuerpflichtige Umsätze erzielen.

5. Lassen Sie Ihre innerbetriebliche Forschung fördern (Forschungsprämie)

Für eigenbetriebliche Forschung oder in Auftrag gegebene Forschung kann ab dem Jahr 2016 eine Forschungsprämie in Höhe von 12 % der angefallenen Aufwendungen geltend gemacht werden.
Begünstigte Aufwendungen für die Auftragsforschung sind die vom Auftragnehmer in Rechnung gestellten Aufwendungen ohne Umsatzsteuer, maximal aber € 1 Mio. pro vollem Wirtschaftsjahr (12 Monate). Ein Gutachten der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist einzuholen.

6. Beachten Sie den Kohlendioxid-Ausstoß bei neuen Firmenwagen (Höhe des  Sachbezugs)

Planen Sie als Arbeitgeber den Kauf eines Dienstwagens für Mitarbeiter, sollten Sie auf den Zeitpunkt der Anschaffung achten: Der Sachbezugswert ist abhängig vom Kohlendioxid-Ausstoß des Kfz und die Grenzwerte dafür sinken jährlich um drei Gramm pro km. Der Satz von 1,5 % der Anschaffungskosten inkl. USt und NOVA, max. € 720 p.M., gilt nur noch für besonders schadstoffarme Kfz.

Sollte der jeweilige Grenzwert im Jahr der Anschaffung überschritten werden, gilt ein Sachbezugswert von 2 % der Anschaffungskosten, max. € 960 p.M.
Für Elektroautos gibt es keinen Sachbezug mehr.

7. Bleiben Sie transparent (Automatischer Informationsaustausch – AIA)

Zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Steuerhinterziehung und zur Steigerung von Steuereinnahmen hat die OECD gemeinsam mit den G20-Staaten einen Standard für den globalen Austausch von relevanten Steuerinformationen entwickelt. Dieser Standard löst das bilaterale Steuerabkommen zwischen Österreich und der Schweiz ab. Mit dem AIA werden Kunden-, Konto- und Finanzdaten des Jahres 2017 einiger Länder – darunter auch der Schweiz – erstmals 2018 an das BMF gemeldet. Die Möglichkeit der Selbstanzeige endete mit 31.12.2016.

Weitere Informationen rund ums Thema Steuern und Finanzen finden Sie in unserem „Praxishandbuch Finanzwesen“, dem Standardwerk für Geschäftsführer, Buchhalter und Steuerberater!

 

     Mag. Dr. Helmut Siller, MSc

von 1993 bis 2006 Division Controller in einem internationalen Papiergroßhandelskonzern, seit 2006 Lektor und Bereichsleiter Rechnungswesen und Controlling am Institut für Unternehmensführung der FHW-Studiengänge der WKW in Wien. Seit 2013 selbstständiger Betriebsberater und Trainer.

Lehr- und Forschungsschwerpunkte:

Buchhaltung und Bilanzierung; Kostenmanagement; Controlling; Reporting; Chancen- und Risikomanagement; Investition und Finanzierung; Unternehmenskriminalität.
Lehrbeauftragter an der Donauuniversität Krems, Autor zahlreicher Fachpublikationen.

www.beeratung.net

 

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