Steuertipps vor Jahreswechsel

Zum Jahreswechsel werden wieder zahlreiche Änderungen bei Steuern und Abgaben auf Sie zukommen. Im zweiten Teil unserer Blog-Reihe "Steuertipps für Unternehmen" zeigt Ihnen unser Finanzexperte, wie Sie kostensparend bei E-Mobilität, Registrierkasse und Co. agieren können.

 

1) Sonderausgaben

Bestimmte Ausgaben, die eigentlich dem privaten Bereich zuzuordnen sind, können als Sonderausgaben steuerlich berücksichtigt werden. Beiträge zu freiwilligen Kranken-, Unfall- oder Pensionsversicherungen und zu bestimmten Lebensversicherungen zählen zu den sog. „Topfsonderausgaben“. Die steuerliche Abzugsfähigkeit der Topfsonderausgaben läuft spätestens mit 2020 aus.

2) Das neue E-Mobilitäts-Paket

Verkehrsministerium, Umweltministerium und die Automobilbranche haben ein Paket zur Förderung der Elektromobilität mit einem Gesamtvolumen von € 72 Mio. beschlossen. Ab 1.3.2017 bis Ende 2018 werden der Ankauf von Elektrofahrzeugen und die Errichtung von Ladestationen gefördert. Grundsätzlich gilt, gefördert wird, solange die Fördermittel nicht erschöpft sind.

Das Mobilitäts-Paket sieht Förderprämien für Unternehmen vor. Schafft ein Betrieb einen E-Pkw an, gibt es Unterstützung durch eine Förderprämie von € 3.000. Erwirbt es einen Plug-In-Hybriden wird ein Betrag von € 1.500 zugezahlt. Außerdem sind Prämien für die Anschaffung von E-Bussen und E-Nutzfahrzeugen vorgesehen. So soll ein Betrieb (oder Verein) bei der Anschaffung eines E-Kleinbusses oder eines leichten E-Nutzfahrzeuges eine Prämie von bis zu € 20.000 lukrieren können.

Der Bonus für Pkw setzt sich aus je einem E-Mobilitätsbonusanteil des Fahrzeugimporteurs und einem des Bundes zusammen. Damit der Bund seinen Zuschuss ausbezahlt, muss zuerst der Fahrzeugimporteur seinen Anteil gewähren. Für diesen Zweck ist es notwendig, dass der E-Mobilitätsbonusanteil des Importeurs auf der Rechnung aufscheint.

Für die Errichtung von öffentlich zugänglichen Schnellladestationen sieht das Paket eine Förderung von € 10.000 pro Ladestation vor.

Für alle diese Prämien ist unter anderem Voraussetzung, dass ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energieträgern verwendet wird. Für private E-Pkw kommt hinzu, dass der Brutto-Listenpreis höchstens € 50.000 betragen darf und der geförderte Pkw eine vollelektrische Mindestreichweite von 40 km erreichen muss.

Seit 1.3.2017 können unter www.umweltfoerderung.at Anträge auf die Förderprämie für E-Pkw und Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge eingereicht werden. Dort findet sich auch eine Liste der förderungsfähigen Fahrzeuge. Das Rechnungsdatum soll nicht vor dem 1.1.2017 liegen und die Rechnung zum Zeitpunkt der Einreichung nicht älter als sechs Monate sein.

3) Registrierkassenpflicht

Seit 1.4.2017 besteht die gesetzliche Verpflichtung, die Aufzeichnungen in einer Registrierkasse durch eine technische Sicherheitseinrichtung gegen Manipulationen zu schützen. Dazu bedarf es einer Registrierkasse, die der Registrierkassensicherheitsverordnung (RKSV) entspricht und eines ebenso vorgeschriebenen Manipulationsschutzes, zudem der Registrierung der Einrichtungen über FinanzOnline sowie einer erfolgreichen Startbelegprüfung.

Bei vorsätzlicher Nichtbeachtung dieser gesetzlichen Pflicht droht nach dem Finanzstrafgesetz eine Strafe bis zu 5.000 Euro. Dazu muss von den Finanzämtern (wie in jedem Strafverfahren) in jedem Einzelfall geprüft werden, warum die Verpflichtung, eine manipulationsgeschützte Registrierkasse für die Aufzeichnung der Barumsätze zu verwenden, nicht erfüllt werden konnte. Dies bedeutet auch, dass insbesondere die vorsätzliche Nichterfüllung behördlich zu beweisen ist.

Der Nachweis muss nicht unbedingt im Rahmen einer finanzpolizeilichen Kontrolle jetzt erbracht werden, sondern kann u.U. erst in einigen Jahren, etwa bei der nächsten Betriebsprüfung, verlangt werden. Denn bei Kontrolle des Datenerfassungsprotokolls wird ersichtlich sein, ob der 1. April 2017 eingehalten wurde oder nicht. Daher sollte eine genaue Dokumentation geführt werden, die folgende Punkte enthalten sollte:

  • Auftragsbestätigung für die Umstellung der Kasse
  • Auftragsbestätigung für die Anschaffung der dafür notwendigen Zertifikate
  • Rückmeldung des Kassenlieferanten über den Zeitplan für die Umstellung
  • Ev. Begründung, warum eine Umstellung noch im März 2017 nicht möglich war
  • Nachweis über die Einhaltung der Registrierkassenpflicht, insb. der Einhaltung der Kassenrichtlinie 2012
  • Dokumentation der erfolgten Umstellung und Erklärung des zeitlichen Abstands zwischen Umstellungszeitpunkt und 1. April. Im Idealfall sollte eine gemeinsame Niederschrift mit dem Kassenhersteller angefertigt werden.

Bei einer Kassennachschau können die Kontrolleure vom Unternehmer die Erstellung eines Kontrollbelegs mit dem Betrag „Null“ verlangen. Anhand dieses Kontrollbelegs wird mit einer Prüf-App die Gültigkeit der Signatur direkt vor Ort überprüft. Der Kontrolleur hat das Recht, den Beleg an sich zu nehmen und für spätere Kontrollen des Datenerfassungsprotokolls in Evidenz zu halten.

Zusätzlich kann auch Einsicht in das Datenerfassungsprotokoll verlangt werden. So überprüft das Finanzamt, ob

  • Die Signaturen gültig sind
  • Start-, Monats- und Jahresbelege vorliegen
  • Die Belege miteinander verkettet sind, und
  • Der Umsatzzähler richtig funktioniert.

Der Kontrolleur muss das Ergebnis der Kassennachschau niederschreiben. Der Unternehmer hat das Recht auf eine Kopie der Niederschrift.

Weitere Informationen rund ums Thema Steuern und Finanzen finden Sie in unserem „Praxishandbuch Finanzwesen“, dem Standardwerk für Geschäftsführer, Buchhalter und Steuerberater!

 

     Mag. Dr. Helmut Siller, MSc

von 1993 bis 2006 Division Controller in einem internationalen Papiergroßhandelskonzern, seit 2006 Lektor und Bereichsleiter Rechnungswesen und Controlling am Institut für Unternehmensführung der FHW-Studiengänge der WKW in Wien. Seit 2013 selbstständiger Betriebsberater und Trainer.

Lehr- und Forschungsschwerpunkte:

Buchhaltung und Bilanzierung; Kostenmanagement; Controlling; Reporting; Chancen- und Risikomanagement; Investition und Finanzierung; Unternehmenskriminalität.
Lehrbeauftragter an der Donauuniversität Krems, Autor zahlreicher Fachpublikationen.

www.beeratung.net

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